Am Puls der Zeit

Am Puls der Zeit.

Bedeutung: immer gerade wissen was aktuell ist.

Lebenskünstler und die Zeit

Lebenskünstler leben von der Zeit, die andere nicht haben.

Michael Douglas, amerikanischer Schauspieler und Filmproduzent (* 25. September 1944 in New Brunswick, New Jersey)

Die Zeit des Lächelns

Die Zeit des Menschen ist begrenzt. Das weiß man zwar, verschwendet aber trotzdem Zeit an völlig überflüssige bzw. irrwitzige Dinge.

Dass man schlafen und essen muss, will und wird niemand bestreiten. Auch arbeiten gehört wohl zur Mühsal des Lebens. Und da Sport gesund ist, zumindest wenn er sinnvoll betrieben wird, dürfte auch daran niemand ernsthaft rütteln wollen. Dass man mit den eigenen Kindern spielt, gehört zu einem erfüllten Leben. Ob aber fernsehen diesem Kriterium entspricht, steht auf einem anderen Blatt. Zu den weniger sinnvollen Tätigkeiten eines Menschenlebens gehört aber ganz sicher, E-Mails in den Papierkorb zu schieben.

Wenn man nun all diese Tätigkeiten zusammen addiert, kommt man – jedenfalls nach der Rechnung einer Vermögensberatung – auf immerhin schon 53 Jahre. Da die Lebenserwartung in Deutschland für neugeborene Jungen 78 Jahre und 2 Monate beträgt und für neugeborene Mädchen 83 Jahre und 1 Monat, bleibt zwar für den Einzelnen noch ein wenig Zeit über, aber die geht auch meist ziemlich schnell vorbei. Wenn Sie wissen wollen, wie viel Zeit Sie für was aufwenden, dann schauen Sie sich das nachfolgende Filmchen einmal an.

Also, das mit den E-Mails ist schon erschreckend. Überhaupt dürfte so manche Minute oder Stunde vor dem Computer ziemlich verschwendete Zeit sein. Und ob die Beschäftigung mit Finanzen, wenn auch den eigenen, besonders zukunftsträchtig ist, sei – ich sage nur Finanzkrise – einmal dahingestellt.

Überhaupt sollte man regelmäßig darüber nachdenken, ob die Zeit, so wie man sie verbringt, adäquat eingesetzt ist. Jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, sollte nicht nur für Pfadfinder Ansporn sein. Auch der persönliche Kontakt mit seinen Mitmenschen kommt oft genug zu kurz und sollte viel intensiver gepflegt werden. Und nicht zuletzt die Zeit für sich selbst darf nicht zuz kurz kommen.

Gut beraten ist man aber, wenn man sich an den Ratschlag des Gelegenheitsaphoristikers Andreas Bechstein hält, der gesagt hat: „Man sollte jeden Tag mit einem Lächeln beginnen und mit einem Lächeln beenden. Die Zeit dazwischen sollte man nutzen, um andere zum Lächeln zu bringen.“ Also, fangen Sie gleich jetzt damit an.

Zur Zeit

Zur Zeit.

Bedeutung: In diesen Tagen / Wochen, im Augenblick.

Beschäftigt

Kein Mensch ist so beschäftigt, dass er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt er ist.

Robert Lembke, deutscher Journalist und Fernsehmoderator (* 17. September 1913 in München, † 14. Januar 1989 ebenda)

The Digital Future – Fluch oder Segen?

Wie sieht die digitale Zukunft aus? Mit dieser Frage hat sich in dieser Woche die vom Berliner Tagesspiegel und dem Zuse Institute Berlin ausgerichtete Konferenz The Digital Future beschäftigt.

Anlass war sozusagen der 75. Geburtstag des Computers, des Ur-Computers, den der Berliner Konrad Zuse am 12. Mai 1941 mit dem Namen „Z3“ präsentiert hatte. Was sich seitdem getan hat und wo das noch hinführen kann, macht ein Vergleich zwischen der schrankwandgroßen „Z3“ und heutigen Supercomputern deutlich.

IMG_29401.200 Experten aus aller Welt haben in Berlin einen Blick in die digitale Zukunft geworfen.

„Tianhe-2“ beispielsweise, der in China steht und eine ganze Halle füllt, leistet sage und schreibe 33,86 Petaflops – wobei 1 Petaflop 1015 Flops entspricht. Zuses „Z3“ schaffte gerade einmal knapp 2 Flops. Man kann es auch anders ausdrücken: Wenn die Leistung der „Z3“ einem Meter entspricht, kommt „Tianhe-2“ von der Erde bis zum nächsten Stern Proxima Centauri in vier Lichtjahren Entfernung.

Moderne Computer sind also zigmilliardenfach schneller als die „Z3“ und längst mehr als nur reine Rechenmaschinen. Künstliche Intelligenz ist das Stichwort, das zwar auf der Konferenz keine große Rolle spielte, aber unter Fachleuten heiß diskutiert wird. „Computer werden Menschen innerhalb der nächsten hundert Jahre mit künstlicher Intelligenz überholen“, glaubt der bekannte Physiker Stephen Hawking und warnt: „Wenn das passiert, müssen wir sicher gehen, dass die Ziele der Computer mit unseren übereinstimmen.“ Dabei ist er überzeugt: „Unsere Zukunft ist ein Wettlauf zwischen der wachsenden Macht der Technik und der Weisheit, mit der wir diese nutzen.“

Im Kern geht es um eine einzige Frage: Lässt sich künstliche Intelligenz überhaupt kontrollieren?

Das Szenario, das sich manche Experten vorstellen, sieht wie folgt aus: Erst einmal übernehmen die Nerds die Welt. Dann wird sozusagen die Spreu vom Weizen getrennt und die Menschheit aufgeteilt in diejenige, die programmieren können, und in diejenigen, die sich von Maschinen sagen lassen müssen, was sie zu tun haben. Gleichzeitig findet eine noch stärkere Umverteilung als bisher statt: Ein kleiner Teil der Menschen wird immer reicher, während der Mittelstand ebenso verarmt wie bildungsferne Schichten.

Ob es so kommt oder nicht, hängt davon ab, wie die Menschen insgesamt mit dem Phänomen umgehen. „Als wir das Feuer erfunden haben, haben die Menschen damit auch eine Weile Mist gebaut. Aber irgendwann haben wir den Feuerlöscher erfunden“, ist Hawking durchaus optimistisch, dass die Menschen die Entwicklung noch in den Griff bekommen.

IMG_2949Noch tut er was wir ihm sagen: Der humanoide Roboter John von der Freien Universität Berlin.

In Science-Fiction-Filmen wie „2001: Odyssee im Weltraum“, „Terminator“ oder „Matrix“ kommen die Menschen ja immer noch ganz gut weg. Also besteht noch Hoffnung. Denn dass intelligente Computer uns in Sachen Intelligenz überrunden, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Beim Spielen ist ihnen das schon längst gelungen. AplphaGo beispielsweise, ein Computerprogramm, das von Google DeepMind entwickelt wurde und ausschließlich das Brettspiel Go spielt, hat den mehrfachen Europameister Fan Hui und den südkoreanischen Profi Lee Sedol unter Turnierbedingungen locker geschlagen.

Noch war das nur ein Spiel. Der Lakmustest im wirklichen Leben steht allerdings noch aus. Dann werden wir sehen, ob die digitale Zukunft Fluch oder Segen darstellt.

Eine Auszeit nehmen

Eine Auszeit nehmen.

Bedeutung: Pause, Spielunterbrechung, die einer Mannschaft zusteht.

An Zeit fehlt es uns …

An Zeit fehlt es uns vor allem dort, wo es uns am Wollen fehlt.

Ernst Ferstl, österreichischer Lehrer und Schriftsteller (* 19. Februar 1955 in Neunkirchen in Niederösterreich)

Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit

„Time is money“ war gestern, „time is honey“ ist heute – auf diesen Nenner könnte man das Buch von Karlheinz A. und Jonas Geißler bringen, das im oekom Verlag unter dem Titel „Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit“ erschienen ist. „Wer in der Zeit ausschließlich ein monetäres Gut sieht, der wird blind für die Farben und taub für die Töne der Zeit, wird die Zeit weder schmecken noch genießen können. Es ist daher an der Zeit, die Zeit aus ihrer Umklammerung durch das Geld zu befreien und ihr ihre honigsüße Qualitäten wiederzugeben. Das ist unser Anliegen, dafür engagieren wir uns, unter anderem mit diesem Buch“, schreiben Vater und Sohn über ihr „gemeinschaftlich erstelltes Produkt“.

Worum es im Einzelnen geht, beschreiben die beiden Autoren so: „Den Anfang macht ein protokolliertes Gespräch über die Grenzen, die Widersprüche und die nicht einzuhaltenden und falschen Versprechen des Zeitmanagements. … Im ersten Kapitel wird’s dann erst einmal ein bisschen grundsätzlicher: ‚Zeit, was ist das?‘ heißt die dort erörterte Frage. … Thema des zweiten Kapitels ist die häufig anzutreffende Verwechslung der Zeit mit der Uhr.  Anschließend beschreiben wir im dritten Kapitel unterschiedliche Zeitmuster, das Zeitmuster ‚Rhythmus‘ (Naturzeit) und das Zeitmuster ‚Takt‘ (Uhrzeit). … Im vierten Kapitel beschreiben wir … Zeitformen, die in unserer Gesellschaft der Gefahr ausgesetzt sind, unter die Räder der Beschleunigung zu geraten, und deren produktive Qualitäten zu wenig gesehen und gewürdigt werden. … Das letzte Kapitel schließt an die eingangs geäußerte Kritik des Zeitmanagements an, indem es eine Alternative aufzeigt.“

Und damit es zu keinen Missverständnissen kommen kann, lassen die Geißlers gleich zu Beginn die Leser wissen, für wen das Buch etwas ist und für wen nicht: „Enttäuscht werden jene Zeitgenossen und Zeitgenossinnen von diesem Buch sein, deren Ideal es ist, ihr Leben wie eine Checkliste abzuarbeiten. … Diejenige jedoch, die sich vorgenommen haben, ihren Zeitwohlstand zu verbessern, ihr Zeitleben zufriedenstellender zu gestalten und ihre Zeitlust zu erhöhen, die werden bei uns jede Menge Anregung und Inspiration finden!“

In jedem Fall kann man bei und nach der Lektüre von „besseren Zeiten“ träumen, jenen Zeiten also, „die es nicht notwendig machen, in den Urlaub zu flüchten, um die Zeit leben, lieben und genießen zu können. ‚Bessere Zeiten’, das sind jene Zeiten, in denen die Schnellen nicht die Besseren und Erfolgreicheren, die Langsamen nicht die Verlierer sind.“ Und vielleicht um nicht als weltfremde Utopisten abgetan zu werden, versichern sich die Autoren schlussendlich der geistigen Autorität Deutschlands, die über jeden Zweifel erhaben ist – Johann Wolfgang von Goethe: „Mein Rat ist daher, nichts zu forcieren und alle unproduktiven Tage und Stunden lieber zu vertändeln und zu verschlafen, als in solchen Tagen etwas machen zu wollen, woran man später keine Freunde hat.“ Oder eben: Time is honey.

Time is honey                                                                                                             Karlheinz A. Geißler und Jonas Geißler: Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit            oekom Verlag, München, 256 Seiten, 17,95 Euro, ISBN 978-3-86581-706-8

Zu meiner Zeit

Zu meiner Zeit.

Bedeutung: Als ich jung war, als ich aktiv dabei war.