Archiv für den Monat: März 2016

Hochzeit – Woher kommt dieses Wort?

Es gibt Zeiten, auf die kann man gut verzichten. Das sind vor allem die, in denen man krank ist, nicht viel Glück hat, es privat oder beruflich so gar nicht läuft. Und dann gibt es Zeiten, die gar nicht vorbei gehen sollten. Man ist glücklich und zufrieden, pumperlgesund und schwebt sozusagen auf Wolke sieben.

Im siebten Himmel wähnen sich vor allem Verliebte. Geht es dann ans Heiraten, dreht sich alles nur noch um die bevorstehende Hochzeit. Das Wort soll, wenn der Mann seiner Angebeteten erst einmal einen Heiratsantrag gemacht hat, bis zur Eheschließung das am häufigsten gebrauchte Wort der beiden sein.

Wie dem auch sei, es bleibt die Frage: Woher kommt das Wort Hochzeit? So ganz eindeutig zu klären ist das offensichtlich nicht. Im Mittelalter gab es die hôchzît, womit eine festliche, eine hohe Zeit gemeint war – insbesondere Ostern, Pfingsten, Allerheiligen und Weihnachten. Aber nicht nur christliche Feste galten als hohe Zeit, sondern vereinzelt auch weltliche. Das dazu die Eheschließung zählte, versteht sich von selbst.

Heute steht die Hochzeit nur noch für eben diese Eheschließung. Und sie soll, so wünschen es sich wohl die meisten, der schönste Tag in ihrem Leben werden. Da die Geschmäcker jedoch verschieden sind, ist es gar nicht so einfach, eine Märchenhochzeit zu organisieren. Mittlerweile gibt es dafür sogar sogenannte Wedding-Planner, die die Traumhochzeit wahrmachen sollen.

Als jemand, der gerade seinen 40. Hochzeitstag gefeiert hat, kann ich nur raten: Noch wichtiger als die perfekte Hochzeit ist die Zeit danach. Denn was nützt die schönste Eheschließung, wenn hiernach die Ehe nicht funktioniert.

Es lebe die Langeweile!

Dass Zeit ein relativer Begriff ist, wurde an dieser Stelle schon thematisiert. Ein Jeder weiß: Manchmal vergeht sie wie im Fluge, manchmal steht sie still. Beim letzteren Fall kann es passieren, dass man nichts mit sich anzufangen weiß. Und dann ist sie da: Die Langeweile.

Zu nichts hat man Lust, nichts will einem einfallen, mit dem man die Zeit verkürzen könnte. Es ist zum Verrücktwerden. Die Zeit wird lang – Langeweile, im Gegensatz zur Kurzweil, der kurzen Zeit.

Vor allem Kinder haben mit diesem Phänomen zu kämpfen. Besonders hart trifft es dabei diejenigen, die von ihren Eltern permanent bespaßt werden und deren Eigenschaft, sich selber zu beschäftigen, verkümmert ist.

Wie wichtig Langeweile und der Faktor Zeit für die Kreativität sind, hat die Agentur Café Communications mit einem Versuch demonstriert, bei dem Kinder zehn Sekunden bzw. zehn Minuten Zeit hatten, das Zifferblatt einer Uhr zu vervollständigen.

Es ist schon erstaunlich, was für ein Unterschied zu Tage trat. Da taten sich ganze Kreativ-Welten auf, die zwischen den 10-Sekunden- und der 10-Minuten-Varianten lagen.

Wissenschaftler sind sich schon lange einig, dass der Umgang mit Langeweile mit zu den wichtigsten Dingen gehört, die Kinder lernen (müssen). Nur in dieser Phase haben sie die Möglichkeit, zu sich selbst zu finden und ein Gespür dafür zu bekommen, wer und was sie sind und vor allem was sie wollen.

Eltern, die hier zu schnell eingreifen, tun ihren Kindern keinen Gefallen, sondern behindern eher deren Entwicklung. Insofern sollten sie ihnen die Zeit lassen, die sie nötig haben, um durch diese Phase der Langeweile zu kommen. Die Frage, “Was machst du da?”, ist ebenso kontraproduktiv wie die Mahnung, “Mach’ doch mal was sinnvolles!”

Langeweile ist Freizeit. Und wenn Sie wirklich FREIzeit bzw. FREIE Zeit wird, dann sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es lebe die Langeweile!

Die Zeit verweilt

Die Zeit verweilt lange genug für denjenigen, der sie nutzen will.

Leonardo da Vinci, italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph (* 15. April 1452 in Anchiano bei Vinci; † 2. Mai 1519 auf Schloss Clos Lucé, Amboise)

Gesegnete Mahlzeit

Es gibt manche Dinge im Leben, für die man sich Zeit nehmen sollte, viel Zeit sogar. Ganz sicher gehört dazu das Essen, vor allem dann, wenn man es auch genießen will.

Insofern kann es nicht verwundern, dass es einen eigenen Begriff dafür gibt: Mahlzeit. Die Gebrüder Grimm haben das Wort in ihrem Deutschen Wörterbuch noch von der Zeitangabe für ein Mahl hergeleitet. Mittlerweile werden in unseren Breitengraden mit den Mahlzeiten die Essen bezeichnet, die zu bestimmten Zeiten eingenomen werden wie Frühstück, Mittagessen oder Abendessen. Die nennt man auch Hauptmahlzeiten, im Gegensatz zu den Zwischenmahlzeiten, die so zwischendurch zu sich genommen werden und vom Umfang her kleiner sind.

Wenn mehrere Menschen eine Mahlzeit zu sich nehmen, dann geht das heute weit über die reine Nahrungsaufnahme hinaus. Musste der Autor als Kind beim Essen noch den Mund halten, ist neben dem kulinarischen Genuss die kommunikative Komponente mittlerweile von gleicher Bedeutung.

IMG_0639 Kopie  Die spanische Variante der Brotzeit.

Mahlzeit beschreibt aber nicht nur das Essen an sich, sondern stellt mittlerweile auch einen Gruß dar. Früher sagten die Menschen „Gesegnete Mahlzeit“, mittlerweile ist davon nur noch „Mahlzeit“ übrig geblieben.

Und es gibt sogar noch eine ironische Form, nämlich „Prost Mahlzeit“, das sogar in der Hochliteratur Einzug gehalten hat. In Friedrich Schillers Wallenstein sagt der Wachtmeister: „Prost Mahlzeit! da fällt das Ganze gleich“, und meint damit wohl „im Gegenteil, nichts da“.

Aber zurück zu den Mahlzeit, die in den verschiedenen Ländern durchaus zu unterschiedlichen Zeiten eingenommen werden – beispielsweise das Abendessen: In kaum einem anderen europäischen Land wird so pünktlich um 18 Uhr das „avondeten“ zu sich genommen wie in den Niederlanden und in keinen Ländern wird so spät zu Abend gegessen wie in den mediterranen Ländern.

Um noch einmal auf die Niederlande zurückzukommen: Dort gibt es das Wort „maaltijdsoep“, das soviel bedeutet wie „Eintopf“ in Deutschland. Dort – vor allem in Süddeutschland – gibt es übrigens auch die “Brotzeit”, die sowohl Zwischenmahlzeit als auch Hauptmahlzeit sein kann und in aller Regel aus Brot sowie Wurst und Käse besteht.

Aber wie auch immer: Zeit sollte man sich für seine Mahlzeiten auf jeden Fall nehmen.