Archiv für den Monat: Mai 2016

Zeit – Von Afrikaans bis Zulu

Um herauszufinden, wie das Wort Zeit in anderen Sprachen heißt, muss man sich schon etwas Zeit nehmen. Dass Zeit auf Englisch time heißt, weiß man ja gemeinhin. Auch das französische Wort temps kennen jedenfalls diejenigen, die auf der Schule Französisch hatten. Für die Altsprachler unter uns dürften das griechische ώρα und das lateinsiche tempus kein Problem sein.  Aber wie heißt Zeit auf Afrikaans, Irisch, Schottisch-Gälisch oder Zulu?

Lassen Sie sich überraschen, welcher Wortschatz sich da auftut und welche Sprache es überhaupt gibt:  Afrikaans tyd, Albanisch kohë, Amharisch ጊዜ, Arabisch وقت, Armenisch ժամանակ, Aserbaidschanisch ժամանակ, Baskisch denbora, Bengalisch সময়, Birmanisch အချိန်, Bosnisch vrijeme, Bulgarisch vrijeme, Cebuano panahon, Chichewa nthawi, Chinesisch (traditionell) 時間, Chinesisch (vereinfacht), Dänisch tid,  Esperanto tempo, Estnisch aeg, Filipino oras, Finnisch aika, Friesisch tiid, Galizisch tempo, Georgisch დრო,  Gujarati સમય, Haitianisch tan, Hausa lokaci, Hawaiisch manawa, Hebräisch manawa…, Hindi समय, Hmong lub sij hawm, Igbo oge, Indonesisch waktu, Irisch am, Isländisch tími, Italienisch tempo, Japanisch 時間, Javanisch wektu, Jiddisch צייַט, Kannada ಸಮಯ, Kasachisch уақыт, Katalanisch temps, Khmer ពេល, Kirgisisch убакыт, Koreanisch 시간, Korsisch tempu, Kroatisch, vrijeme, Kurdisch (Kurmandschi) dem, Lao ທີ່ໃຊ້ເວລາ, Lettisch laiks, Litauisch laikas, Luxemburgisch Zäit, Malagasy fotoana, Malayalam കാലം, Malayisch masa, Maltesisch ħin, Maori wā, Marathi वेळ, Mazedonisch време, Mongolisch цаг хугацаа, Nepalesisch समय, Niederländisch tijd, Norwegisch tid, Paschtu وخت, Persisch زمان, Polnisch czas, Portugiesisch tempo, Punjabi ਵਾਰ, Rumänisch timp, Russisch время, Samoanisch taimi, Schottisch-Gälisch ùine, Schwedisch tid, Serbisch време, Sesotho nako, Shona nguva, Sindhi وقت, Singhalesisch කාලය, Slowakisch čas, Slowenisch čas, Somali waqtiga, Spanisch tiempo, Suaheli wakati, Sundanesisch waktu, Tadschikisch замон, Tamil நேரம், Telugu సమయం, Thailändisch เวลา, Tschechisch čas, Türkisch zaman, Ukrainisch час, Ungarisch idő, Urdu وقت, Usbekisch vaqt, Vietnamesisch thời gian, Walisisch amser, Weißrussisch час, Xhosa ixesha, Yoruba akoko, Zulu isikhathi.

So, das hat Sie jetzt etwas Zeit gekostet. Wenn Sie aber auch noch wissen wollen, wie sich die einzelnen Worte aussprechen, dann schauen Sie doch mal hier vorbei.

Die Zeit des Lächelns

Die Zeit des Menschen ist begrenzt. Das weiß man zwar, verschwendet aber trotzdem Zeit an völlig überflüssige bzw. irrwitzige Dinge.

Dass man schlafen und essen muss, will und wird niemand bestreiten. Auch arbeiten gehört wohl zur Mühsal des Lebens. Und da Sport gesund ist, zumindest wenn er sinnvoll betrieben wird, dürfte auch daran niemand ernsthaft rütteln wollen. Dass man mit den eigenen Kindern spielt, gehört zu einem erfüllten Leben. Ob aber fernsehen diesem Kriterium entspricht, steht auf einem anderen Blatt. Zu den weniger sinnvollen Tätigkeiten eines Menschenlebens gehört aber ganz sicher, E-Mails in den Papierkorb zu schieben.

Wenn man nun all diese Tätigkeiten zusammen addiert, kommt man – jedenfalls nach der Rechnung einer Vermögensberatung – auf immerhin schon 53 Jahre. Da die Lebenserwartung in Deutschland für neugeborene Jungen 78 Jahre und 2 Monate beträgt und für neugeborene Mädchen 83 Jahre und 1 Monat, bleibt zwar für den Einzelnen noch ein wenig Zeit über, aber die geht auch meist ziemlich schnell vorbei. Wenn Sie wissen wollen, wie viel Zeit Sie für was aufwenden, dann schauen Sie sich das nachfolgende Filmchen einmal an.

Also, das mit den E-Mails ist schon erschreckend. Überhaupt dürfte so manche Minute oder Stunde vor dem Computer ziemlich verschwendete Zeit sein. Und ob die Beschäftigung mit Finanzen, wenn auch den eigenen, besonders zukunftsträchtig ist, sei – ich sage nur Finanzkrise – einmal dahingestellt.

Überhaupt sollte man regelmäßig darüber nachdenken, ob die Zeit, so wie man sie verbringt, adäquat eingesetzt ist. Jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, sollte nicht nur für Pfadfinder Ansporn sein. Auch der persönliche Kontakt mit seinen Mitmenschen kommt oft genug zu kurz und sollte viel intensiver gepflegt werden. Und nicht zuletzt die Zeit für sich selbst darf nicht zuz kurz kommen.

Gut beraten ist man aber, wenn man sich an den Ratschlag des Gelegenheitsaphoristikers Andreas Bechstein hält, der gesagt hat: “Man sollte jeden Tag mit einem Lächeln beginnen und mit einem Lächeln beenden. Die Zeit dazwischen sollte man nutzen, um andere zum Lächeln zu bringen.” Also, fangen Sie gleich jetzt damit an.

Beschäftigt

Kein Mensch ist so beschäftigt, dass er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt er ist.

Robert Lembke, deutscher Journalist und Fernsehmoderator (* 17. September 1913 in München, † 14. Januar 1989 ebenda)

The Digital Future – Fluch oder Segen?

Wie sieht die digitale Zukunft aus? Mit dieser Frage hat sich in dieser Woche die vom Berliner Tagesspiegel und dem Zuse Institute Berlin ausgerichtete Konferenz The Digital Future beschäftigt.

Anlass war sozusagen der 75. Geburtstag des Computers, des Ur-Computers, den der Berliner Konrad Zuse am 12. Mai 1941 mit dem Namen „Z3“ präsentiert hatte. Was sich seitdem getan hat und wo das noch hinführen kann, macht ein Vergleich zwischen der schrankwandgroßen „Z3“ und heutigen Supercomputern deutlich.

IMG_29401.200 Experten aus aller Welt haben in Berlin einen Blick in die digitale Zukunft geworfen.

„Tianhe-2“ beispielsweise, der in China steht und eine ganze Halle füllt, leistet sage und schreibe 33,86 Petaflops – wobei 1 Petaflop 1015 Flops entspricht. Zuses „Z3“ schaffte gerade einmal knapp 2 Flops. Man kann es auch anders ausdrücken: Wenn die Leistung der „Z3“ einem Meter entspricht, kommt „Tianhe-2“ von der Erde bis zum nächsten Stern Proxima Centauri in vier Lichtjahren Entfernung.

Moderne Computer sind also zigmilliardenfach schneller als die „Z3“ und längst mehr als nur reine Rechenmaschinen. Künstliche Intelligenz ist das Stichwort, das zwar auf der Konferenz keine große Rolle spielte, aber unter Fachleuten heiß diskutiert wird. „Computer werden Menschen innerhalb der nächsten hundert Jahre mit künstlicher Intelligenz überholen“, glaubt der bekannte Physiker Stephen Hawking und warnt: „Wenn das passiert, müssen wir sicher gehen, dass die Ziele der Computer mit unseren übereinstimmen.“ Dabei ist er überzeugt: „Unsere Zukunft ist ein Wettlauf zwischen der wachsenden Macht der Technik und der Weisheit, mit der wir diese nutzen.“

Im Kern geht es um eine einzige Frage: Lässt sich künstliche Intelligenz überhaupt kontrollieren?

Das Szenario, das sich manche Experten vorstellen, sieht wie folgt aus: Erst einmal übernehmen die Nerds die Welt. Dann wird sozusagen die Spreu vom Weizen getrennt und die Menschheit aufgeteilt in diejenige, die programmieren können, und in diejenigen, die sich von Maschinen sagen lassen müssen, was sie zu tun haben. Gleichzeitig findet eine noch stärkere Umverteilung als bisher statt: Ein kleiner Teil der Menschen wird immer reicher, während der Mittelstand ebenso verarmt wie bildungsferne Schichten.

Ob es so kommt oder nicht, hängt davon ab, wie die Menschen insgesamt mit dem Phänomen umgehen. „Als wir das Feuer erfunden haben, haben die Menschen damit auch eine Weile Mist gebaut. Aber irgendwann haben wir den Feuerlöscher erfunden“, ist Hawking durchaus optimistisch, dass die Menschen die Entwicklung noch in den Griff bekommen.

IMG_2949Noch tut er was wir ihm sagen: Der humanoide Roboter John von der Freien Universität Berlin.

In Science-Fiction-Filmen wie “2001: Odyssee im Weltraum“, „Terminator“ oder „Matrix“ kommen die Menschen ja immer noch ganz gut weg. Also besteht noch Hoffnung. Denn dass intelligente Computer uns in Sachen Intelligenz überrunden, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Beim Spielen ist ihnen das schon längst gelungen. AplphaGo beispielsweise, ein Computerprogramm, das von Google DeepMind entwickelt wurde und ausschließlich das Brettspiel Go spielt, hat den mehrfachen Europameister Fan Hui und den südkoreanischen Profi Lee Sedol unter Turnierbedingungen locker geschlagen.

Noch war das nur ein Spiel. Der Lakmustest im wirklichen Leben steht allerdings noch aus. Dann werden wir sehen, ob die digitale Zukunft Fluch oder Segen darstellt.