Archiv für den Monat: Juni 2016

Die Weltzeit gibt es 1972

Zeit ist das, was man an der Uhr abliest, formulierte es Albert Einstein. Doch so einfach ist das nicht, was der gute Mann aber noch nicht wissen konnte. Denn die Zeit, um die es heute an dieser Stelle geht, gibt es erst seit 1972: Es ist die Weltzeit.

Die koordinierte Weltzeit, kurz UTC (Universal Time Coordinated) genannt, ist die heute gültige Weltzeit. Die Namensfindung war, wie so oft, wenn es international zugeht, ein Kompromiss. Denn im Englischen lautete die Bezeichnung Coordinated Universal Time , abgekürzt CUT, im Französischen Temps Universel Coordonné , TUC. Um nun keine der beiden Sprachen zu bevorzugen, einigte man sich auf UTC, die früher auch Zulu-Zeit genant wurde.

Die UTC setzt sich zusammen aus Uhrzeit und Kalenderdatum. Bei nationalen oder regionalen Zeitzonen steht meist der Hinweis, um wie viele Stunden diese von der UTC abweichen. So wird beispielsweise die mitteleuropäische Zeit (MEZ) als UTC+1 dargestellt, und die Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) als UTC+2.

Wozu wird diese Weltzeit nun gebraucht? Sie wird überall dort verwendet, wo eine weltweit einheitliche Zeit(angabe) benötigt wird. Das ist beispielsweise in der Luft- und Seefahrt der Fall, bei internationalen Projekten, die sich über mehrere Zeitzonen erstrecken, im Weltall auf der Internationalen Raumstation (ISS) oder im Header einer jeden E-Mail.

Verantwortlich für die UTC ist das Internationale Büro für Maß und Gewicht (BIPM). Dessen Consultative Committee for Time and Frequency (CCTF), das aus Mitgliedern und Beobachtern verschiedener Zeitinstitute besteht, sorgt weltweit für die Koordinierung. In Deutschland ist es die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig, die die UTC für nationale Zwecke verwaltet.

Wer wissen will, wie spät es jetzt ist – Weltzeit versteht sich -, der kann hier nachschauen.