Archiv der Kategorie: Beitrag

Die Weltzeit gibt es 1972

Zeit ist das, was man an der Uhr abliest, formulierte es Albert Einstein. Doch so einfach ist das nicht, was der gute Mann aber noch nicht wissen konnte. Denn die Zeit, um die es heute an dieser Stelle geht, gibt es erst seit 1972: Es ist die Weltzeit.

Die koordinierte Weltzeit, kurz UTC (Universal Time Coordinated) genannt, ist die heute gültige Weltzeit. Die Namensfindung war, wie so oft, wenn es international zugeht, ein Kompromiss. Denn im Englischen lautete die Bezeichnung Coordinated Universal Time , abgekürzt CUT, im Französischen Temps Universel Coordonné , TUC. Um nun keine der beiden Sprachen zu bevorzugen, einigte man sich auf UTC, die früher auch Zulu-Zeit genant wurde.

Die UTC setzt sich zusammen aus Uhrzeit und Kalenderdatum. Bei nationalen oder regionalen Zeitzonen steht meist der Hinweis, um wie viele Stunden diese von der UTC abweichen. So wird beispielsweise die mitteleuropäische Zeit (MEZ) als UTC+1 dargestellt, und die Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) als UTC+2.

Wozu wird diese Weltzeit nun gebraucht? Sie wird überall dort verwendet, wo eine weltweit einheitliche Zeit(angabe) benötigt wird. Das ist beispielsweise in der Luft- und Seefahrt der Fall, bei internationalen Projekten, die sich über mehrere Zeitzonen erstrecken, im Weltall auf der Internationalen Raumstation (ISS) oder im Header einer jeden E-Mail.

Verantwortlich für die UTC ist das Internationale Büro für Maß und Gewicht (BIPM). Dessen Consultative Committee for Time and Frequency (CCTF), das aus Mitgliedern und Beobachtern verschiedener Zeitinstitute besteht, sorgt weltweit für die Koordinierung. In Deutschland ist es die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig, die die UTC für nationale Zwecke verwaltet.

Wer wissen will, wie spät es jetzt ist – Weltzeit versteht sich -, der kann hier nachschauen.

Zeit – Von Afrikaans bis Zulu

Um herauszufinden, wie das Wort Zeit in anderen Sprachen heißt, muss man sich schon etwas Zeit nehmen. Dass Zeit auf Englisch time heißt, weiß man ja gemeinhin. Auch das französische Wort temps kennen jedenfalls diejenigen, die auf der Schule Französisch hatten. Für die Altsprachler unter uns dürften das griechische ώρα und das lateinsiche tempus kein Problem sein.  Aber wie heißt Zeit auf Afrikaans, Irisch, Schottisch-Gälisch oder Zulu?

Lassen Sie sich überraschen, welcher Wortschatz sich da auftut und welche Sprache es überhaupt gibt:  Afrikaans tyd, Albanisch kohë, Amharisch ጊዜ, Arabisch وقت, Armenisch ժամանակ, Aserbaidschanisch ժամանակ, Baskisch denbora, Bengalisch সময়, Birmanisch အချိန်, Bosnisch vrijeme, Bulgarisch vrijeme, Cebuano panahon, Chichewa nthawi, Chinesisch (traditionell) 時間, Chinesisch (vereinfacht), Dänisch tid,  Esperanto tempo, Estnisch aeg, Filipino oras, Finnisch aika, Friesisch tiid, Galizisch tempo, Georgisch დრო,  Gujarati સમય, Haitianisch tan, Hausa lokaci, Hawaiisch manawa, Hebräisch manawa…, Hindi समय, Hmong lub sij hawm, Igbo oge, Indonesisch waktu, Irisch am, Isländisch tími, Italienisch tempo, Japanisch 時間, Javanisch wektu, Jiddisch צייַט, Kannada ಸಮಯ, Kasachisch уақыт, Katalanisch temps, Khmer ពេល, Kirgisisch убакыт, Koreanisch 시간, Korsisch tempu, Kroatisch, vrijeme, Kurdisch (Kurmandschi) dem, Lao ທີ່ໃຊ້ເວລາ, Lettisch laiks, Litauisch laikas, Luxemburgisch Zäit, Malagasy fotoana, Malayalam കാലം, Malayisch masa, Maltesisch ħin, Maori wā, Marathi वेळ, Mazedonisch време, Mongolisch цаг хугацаа, Nepalesisch समय, Niederländisch tijd, Norwegisch tid, Paschtu وخت, Persisch زمان, Polnisch czas, Portugiesisch tempo, Punjabi ਵਾਰ, Rumänisch timp, Russisch время, Samoanisch taimi, Schottisch-Gälisch ùine, Schwedisch tid, Serbisch време, Sesotho nako, Shona nguva, Sindhi وقت, Singhalesisch කාලය, Slowakisch čas, Slowenisch čas, Somali waqtiga, Spanisch tiempo, Suaheli wakati, Sundanesisch waktu, Tadschikisch замон, Tamil நேரம், Telugu సమయం, Thailändisch เวลา, Tschechisch čas, Türkisch zaman, Ukrainisch час, Ungarisch idő, Urdu وقت, Usbekisch vaqt, Vietnamesisch thời gian, Walisisch amser, Weißrussisch час, Xhosa ixesha, Yoruba akoko, Zulu isikhathi.

So, das hat Sie jetzt etwas Zeit gekostet. Wenn Sie aber auch noch wissen wollen, wie sich die einzelnen Worte aussprechen, dann schauen Sie doch mal hier vorbei.

Die Zeit des Lächelns

Die Zeit des Menschen ist begrenzt. Das weiß man zwar, verschwendet aber trotzdem Zeit an völlig überflüssige bzw. irrwitzige Dinge.

Dass man schlafen und essen muss, will und wird niemand bestreiten. Auch arbeiten gehört wohl zur Mühsal des Lebens. Und da Sport gesund ist, zumindest wenn er sinnvoll betrieben wird, dürfte auch daran niemand ernsthaft rütteln wollen. Dass man mit den eigenen Kindern spielt, gehört zu einem erfüllten Leben. Ob aber fernsehen diesem Kriterium entspricht, steht auf einem anderen Blatt. Zu den weniger sinnvollen Tätigkeiten eines Menschenlebens gehört aber ganz sicher, E-Mails in den Papierkorb zu schieben.

Wenn man nun all diese Tätigkeiten zusammen addiert, kommt man – jedenfalls nach der Rechnung einer Vermögensberatung – auf immerhin schon 53 Jahre. Da die Lebenserwartung in Deutschland für neugeborene Jungen 78 Jahre und 2 Monate beträgt und für neugeborene Mädchen 83 Jahre und 1 Monat, bleibt zwar für den Einzelnen noch ein wenig Zeit über, aber die geht auch meist ziemlich schnell vorbei. Wenn Sie wissen wollen, wie viel Zeit Sie für was aufwenden, dann schauen Sie sich das nachfolgende Filmchen einmal an.

Also, das mit den E-Mails ist schon erschreckend. Überhaupt dürfte so manche Minute oder Stunde vor dem Computer ziemlich verschwendete Zeit sein. Und ob die Beschäftigung mit Finanzen, wenn auch den eigenen, besonders zukunftsträchtig ist, sei – ich sage nur Finanzkrise – einmal dahingestellt.

Überhaupt sollte man regelmäßig darüber nachdenken, ob die Zeit, so wie man sie verbringt, adäquat eingesetzt ist. Jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, sollte nicht nur für Pfadfinder Ansporn sein. Auch der persönliche Kontakt mit seinen Mitmenschen kommt oft genug zu kurz und sollte viel intensiver gepflegt werden. Und nicht zuletzt die Zeit für sich selbst darf nicht zuz kurz kommen.

Gut beraten ist man aber, wenn man sich an den Ratschlag des Gelegenheitsaphoristikers Andreas Bechstein hält, der gesagt hat: “Man sollte jeden Tag mit einem Lächeln beginnen und mit einem Lächeln beenden. Die Zeit dazwischen sollte man nutzen, um andere zum Lächeln zu bringen.” Also, fangen Sie gleich jetzt damit an.

The Digital Future – Fluch oder Segen?

Wie sieht die digitale Zukunft aus? Mit dieser Frage hat sich in dieser Woche die vom Berliner Tagesspiegel und dem Zuse Institute Berlin ausgerichtete Konferenz The Digital Future beschäftigt.

Anlass war sozusagen der 75. Geburtstag des Computers, des Ur-Computers, den der Berliner Konrad Zuse am 12. Mai 1941 mit dem Namen „Z3“ präsentiert hatte. Was sich seitdem getan hat und wo das noch hinführen kann, macht ein Vergleich zwischen der schrankwandgroßen „Z3“ und heutigen Supercomputern deutlich.

IMG_29401.200 Experten aus aller Welt haben in Berlin einen Blick in die digitale Zukunft geworfen.

„Tianhe-2“ beispielsweise, der in China steht und eine ganze Halle füllt, leistet sage und schreibe 33,86 Petaflops – wobei 1 Petaflop 1015 Flops entspricht. Zuses „Z3“ schaffte gerade einmal knapp 2 Flops. Man kann es auch anders ausdrücken: Wenn die Leistung der „Z3“ einem Meter entspricht, kommt „Tianhe-2“ von der Erde bis zum nächsten Stern Proxima Centauri in vier Lichtjahren Entfernung.

Moderne Computer sind also zigmilliardenfach schneller als die „Z3“ und längst mehr als nur reine Rechenmaschinen. Künstliche Intelligenz ist das Stichwort, das zwar auf der Konferenz keine große Rolle spielte, aber unter Fachleuten heiß diskutiert wird. „Computer werden Menschen innerhalb der nächsten hundert Jahre mit künstlicher Intelligenz überholen“, glaubt der bekannte Physiker Stephen Hawking und warnt: „Wenn das passiert, müssen wir sicher gehen, dass die Ziele der Computer mit unseren übereinstimmen.“ Dabei ist er überzeugt: „Unsere Zukunft ist ein Wettlauf zwischen der wachsenden Macht der Technik und der Weisheit, mit der wir diese nutzen.“

Im Kern geht es um eine einzige Frage: Lässt sich künstliche Intelligenz überhaupt kontrollieren?

Das Szenario, das sich manche Experten vorstellen, sieht wie folgt aus: Erst einmal übernehmen die Nerds die Welt. Dann wird sozusagen die Spreu vom Weizen getrennt und die Menschheit aufgeteilt in diejenige, die programmieren können, und in diejenigen, die sich von Maschinen sagen lassen müssen, was sie zu tun haben. Gleichzeitig findet eine noch stärkere Umverteilung als bisher statt: Ein kleiner Teil der Menschen wird immer reicher, während der Mittelstand ebenso verarmt wie bildungsferne Schichten.

Ob es so kommt oder nicht, hängt davon ab, wie die Menschen insgesamt mit dem Phänomen umgehen. „Als wir das Feuer erfunden haben, haben die Menschen damit auch eine Weile Mist gebaut. Aber irgendwann haben wir den Feuerlöscher erfunden“, ist Hawking durchaus optimistisch, dass die Menschen die Entwicklung noch in den Griff bekommen.

IMG_2949Noch tut er was wir ihm sagen: Der humanoide Roboter John von der Freien Universität Berlin.

In Science-Fiction-Filmen wie “2001: Odyssee im Weltraum“, „Terminator“ oder „Matrix“ kommen die Menschen ja immer noch ganz gut weg. Also besteht noch Hoffnung. Denn dass intelligente Computer uns in Sachen Intelligenz überrunden, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Beim Spielen ist ihnen das schon längst gelungen. AplphaGo beispielsweise, ein Computerprogramm, das von Google DeepMind entwickelt wurde und ausschließlich das Brettspiel Go spielt, hat den mehrfachen Europameister Fan Hui und den südkoreanischen Profi Lee Sedol unter Turnierbedingungen locker geschlagen.

Noch war das nur ein Spiel. Der Lakmustest im wirklichen Leben steht allerdings noch aus. Dann werden wir sehen, ob die digitale Zukunft Fluch oder Segen darstellt.

Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit

„Time is money“ war gestern, „time is honey“ ist heute – auf diesen Nenner könnte man das Buch von Karlheinz A. und Jonas Geißler bringen, das im oekom Verlag unter dem Titel „Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit“ erschienen ist. „Wer in der Zeit ausschließlich ein monetäres Gut sieht, der wird blind für die Farben und taub für die Töne der Zeit, wird die Zeit weder schmecken noch genießen können. Es ist daher an der Zeit, die Zeit aus ihrer Umklammerung durch das Geld zu befreien und ihr ihre honigsüße Qualitäten wiederzugeben. Das ist unser Anliegen, dafür engagieren wir uns, unter anderem mit diesem Buch“, schreiben Vater und Sohn über ihr „gemeinschaftlich erstelltes Produkt“.

Worum es im Einzelnen geht, beschreiben die beiden Autoren so: „Den Anfang macht ein protokolliertes Gespräch über die Grenzen, die Widersprüche und die nicht einzuhaltenden und falschen Versprechen des Zeitmanagements. … Im ersten Kapitel wird’s dann erst einmal ein bisschen grundsätzlicher: ‚Zeit, was ist das?‘ heißt die dort erörterte Frage. … Thema des zweiten Kapitels ist die häufig anzutreffende Verwechslung der Zeit mit der Uhr.  Anschließend beschreiben wir im dritten Kapitel unterschiedliche Zeitmuster, das Zeitmuster ‚Rhythmus‘ (Naturzeit) und das Zeitmuster ‚Takt‘ (Uhrzeit). … Im vierten Kapitel beschreiben wir … Zeitformen, die in unserer Gesellschaft der Gefahr ausgesetzt sind, unter die Räder der Beschleunigung zu geraten, und deren produktive Qualitäten zu wenig gesehen und gewürdigt werden. … Das letzte Kapitel schließt an die eingangs geäußerte Kritik des Zeitmanagements an, indem es eine Alternative aufzeigt.“

Und damit es zu keinen Missverständnissen kommen kann, lassen die Geißlers gleich zu Beginn die Leser wissen, für wen das Buch etwas ist und für wen nicht: „Enttäuscht werden jene Zeitgenossen und Zeitgenossinnen von diesem Buch sein, deren Ideal es ist, ihr Leben wie eine Checkliste abzuarbeiten. … Diejenige jedoch, die sich vorgenommen haben, ihren Zeitwohlstand zu verbessern, ihr Zeitleben zufriedenstellender zu gestalten und ihre Zeitlust zu erhöhen, die werden bei uns jede Menge Anregung und Inspiration finden!“

In jedem Fall kann man bei und nach der Lektüre von „besseren Zeiten“ träumen, jenen Zeiten also, „die es nicht notwendig machen, in den Urlaub zu flüchten, um die Zeit leben, lieben und genießen zu können. ‚Bessere Zeiten’, das sind jene Zeiten, in denen die Schnellen nicht die Besseren und Erfolgreicheren, die Langsamen nicht die Verlierer sind.“ Und vielleicht um nicht als weltfremde Utopisten abgetan zu werden, versichern sich die Autoren schlussendlich der geistigen Autorität Deutschlands, die über jeden Zweifel erhaben ist – Johann Wolfgang von Goethe: „Mein Rat ist daher, nichts zu forcieren und alle unproduktiven Tage und Stunden lieber zu vertändeln und zu verschlafen, als in solchen Tagen etwas machen zu wollen, woran man später keine Freunde hat.“ Oder eben: Time is honey.

Time is honey                                                                                                             Karlheinz A. Geißler und Jonas Geißler: Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit            oekom Verlag, München, 256 Seiten, 17,95 Euro, ISBN 978-3-86581-706-8

Zeit für Zukunft

Die Zukunft war früher auch besser, glaubte jedenfalls Karl Valentin. Und zuweilen möchte man meinen, dass das noch heute gilt. Insofern ist es überaus erfreulich, wenn sich hierzulande Menschen Zeit für Zukunft nehmen.

Zeit für Zukunft – Mentoren für Kinder e.V. ist ein gemeinnütziges, ehrenamtliches Mentorenprogramm zur individuellen Förderung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren in Hamburg und Umgebung. „Nicht alle Kinder haben gleich gute Startbedingungen im Leben. Da kann es helfen, wenn noch eine Bezugsperson außerhalb von Elternhaus und Schule für sie da ist: Jemand, mit dem sie Schönes erleben, aber auch ihre Sorgen teilen können. Dafür sind unsere Mentoren da. Sie sind Zuhörer, Mutmacher, Freunde und Chancengeber“, heißt es auf der Webseite des Vereins.

Die Mentoren sollen auch Rollenvorbilder sein. Deshalb bekommen Mädchen eine Mentorin und Jungen einen Mentor an die Seite gestellt. Die sogenannten Tandems aus Mentor (Erwachsener) und Mentee (Kind) sind langfristig angelegt und bestehen mindestens ein Jahr. Durch die 1:1-Beziehungen soll den Kindern geholfen werden, ihr Potenzial zu entfalten.

Zeit für ZukunftZeit für Zukunft – ein Mentorenprogramm für Kinder und Jugendliche in und um Hamburg.

„Wir erhöhen erwiesenermaßen die Bildungs- und Teilhabechancen, denn diese sind in Deutschland ungleich verteilt. Langfristig fördern wir mit unserem Verein somit den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, sagt die Richterin Kathrin Sachse vom Vorstand, in dem sie den Verein gemeinsam mit einem hochqualifizierten Team führt. Der Vorstand – bestehend aus einer Sozialarbeiterin, einem Controller, einer Unternehmensberaterin und einer Grafik-Designerin – erhält tatkräftige Unterstützung von 15 weiteren Personen mit den unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen: „Unsere Vereinsmitglieder bringen sich mit ihrer Kompetenz und ihrem Engagement in die Weiterentwicklung unseres Programmes ein.“ Die knapp 20 Mitglieder sind selbst Mentoren und arbeiten ehrenamtlich – ebenso wie die Vorstände. Insgesamt engagieren sich bislang bei Zeit für Zukunft rund 60 Mentoren für ihre Mentees – und die Zahl wächst kontinuierlich.

Der Verein legt viel Wert auf sorgfältig vermittelte und professionell betreute Patenschaften. Die Mentoren durchlaufen ein mehrstufiges Auswahlverfahren und nehmen an einem Einführungsworkshop teil. Je nach Persönlichkeit, Interessen und Wohnort werden passende Tandems aus Kind und Mentor zusammengestellt.

Betreut wird eine große Vielfalt an Kindern. Durch die weit gefasste Altersstruktur können sich Kinder zwischen 6 und 16 Jahren bewerben. Sie kommen aus unterschiedlichen Lebenssituationen. Einige haben Migrationshintergrund, andere wachsen in sozial bedürftigen Familien oder mit einem alleinerziehenden Elternteil auf. Sie haben kleine oder große Schwächen, Handicaps oder einfach nur das Bedürfnis nach einer weiteren Bezugsperson.

1.260 Wörter, in denen die “Zeit” vorkommt

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie oft das Wort “Zeit” in der deutschen Sprache vorkommt? Nein!?! Macht nichts, denn es gibt ja andere Menschen, die das für Sie tun.

Also, das Ergebnis lautet: 1.260 Mal, das Wort “Zeit” und dessen Deklinationen nicht mitgerechnet.

Nun gibt es Worte, die mit “Zeit-” bzw. “zeit-” beginnen oder mit “-zeit” enden. Auch gibt es Worte, in denen “-zeit-” irgendwo zwischen Anfang und Ende steht. Aber schauen wir einmal näher hin.

Worte, die mit “Zeit-” bzw. “zeit-” beginnen, gibt es 327. Nimmt man die alphabetische Reihenfolge beginnt die Wörterreihe mit “Zeit-Zonen-Tarif” und endet mit “Zeitzuschlagfaktor”. Sortiert man die Wörterreihe nach Länge, stößt man zunächst auf das aus sechs Buchstaben bestehende Wort “zeitig”. Am Ende steht dann das mit 27 Buchstaben konstruierte Wort “Zeitmultiplexdurchschaltung”. Betrachtet man die nach Länge sortierte Reihe näher, fällt auf, dass es ab sechs Buchstaben durchgängig bis zu 24 Buchstaben geht und bis 27 Buchstaben nur Worte fehlen, die 25 bzw. 26 Buchstaben haben.

Mit 572 haben die Worte, die mit “-zeit” enden, ein deutliches Übergewicht. Hier beginnt die alphabetische Wörterreihe mit “Abarbeitungszeit” und endet mit “Zykluszeit”. Das kürzeste Wort in dieser Reihe lautet mit sechs Buchstaben “Gezeit”, das längste mit 26 Buchstaben “Thrombozytenüberlebenszeit”, wobei in dieser Reihe zwischen sechs und 26 Buchstaben keine Lücke klafft.

Nach Adam Riese fehlen also noch die 361 Wörter mit “-zeit-” irgendwo in der Mitte, die sich von ihrer Menge her ebenfalls in der Mitte befinden. Den Anfang macht da in der alphabetischen Reihenfolge die “Abendzeitung”, der am andere Ende “zwischenzeitlich” gegenübersteht. Das kürzeste Wort ist mit acht Buchstaben “Gezeiten”, das längste Mit 24 Buchstaben “Vierteljahreszeitschrift”, wobei es auch hier zwischen acht und 24 Buchstaben keinen Aussetzer gibt.

Bleibt abschließend die Frage zu klären, ob man das alles nun wissen muss. Ganz so leicht ist das gar nicht zu beantworten, vor allem in einer Zeit, in der “Handbücher des nutzlosen Wissens” nach wie vor beliebte Mitbringsel und die Quizshows im Fernsehen nicht mehr zu zählen sind. Auf jeden Fall dürften Sie bei einer Party die Gäste erst einmal ziemlich sprachlos machen, wenn Sie die Frage in den Raumstellen: “Kennt jemand ein Wort mit 25 Buchstaben, das mit “Zeit-” bzw. “zeit-” beginnt?”

Über die Zeit und das Schreiben

„Entschuldige die Länge des Briefes, ich hatte keine Zeit, mich kurz zu fassen.“ Diese Zitat soll von Wolfgang Johann von Goethe stammen. In anderen, leicht abgewandelten Varianten – wie etwa “Entschuldigen Sie, dass ich Ihnen einen langen Brief schreibe, für einen kurzen habe ich keine Zeit.” – wird es aber auch Voltaire, Mark Twain und Karl Marx zugeschrieben. Auch Charlotte von Stein zitiert man ähnlich: “Lieber Freund, entschuldige meinen langen Brief, für einen kurzen hatte ich keine Zeit“, habe sie an Goethe geschrieben, heißt es.

Wie dem auch sei: Im Kern geht es darum, dass es in aller Regel schwieriger ist, sich kurz zu fassen, als sich langatmig über ein Thema auszulassen. Das gilt für Briefe gleichermaßen wie für alle anderen Texte.

Insofern kann es nicht verwundern, dass es zu diesem Thema auch eine ganze Reihe prägnanter Zitate und Aussagen gibt. Das wohl bekannteste lautet „In der Kürze liegt die Würze“ und kommt als Sprichwort daher. Für den französischen Schriftsteller Jules Renard stellte sich das so dar: „Sobald eine Wahrheit aus mehr als fünf Zeilen besteht, nähert sie sich schon dem Roman.“ Der deutsche Dichter Gottfried Benn glaubte: „Für das Zustandekommen eines guten Buches ist der Radiergummi oft wichtiger als der Bleistift.“ Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain befand: „Schreiben ist leicht – man muss nur die falschen Wörter weglassen.“ Für seinen Landsmann John Steinbeck war klar: „Wenn einem Autor der Atem ausgeht, werden die Sätze nicht kürzer, sondern länger.“ Und der schwedische Journalist Sakari Pitkänen ist der felsenfesten Überzeugung: „Jede gute Geschichte kann man in fünfzehn Zeilen erzählen.“

Da dieser Text nun schon länger ist, soll er ganz schnell mit einem Zitat von Erich Kästner enden, der wohl den strengsten Maßstab anlegt hat: “Wer was zu sagen hat, hat keine Eile./ Er läßt sich Zeit und sagt’s in einer Zeile.”