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Die innere Uhr von “Lerchen” und “Eulen”

Woher weiß der Mensch, welche bzw. was die Stunde geschlagen hat? Normalerweise schaut er auf eine Uhr und weiß, wie spät es ist. Danach richtet er sein Verhalten aus. Morgens, mittags und abends isst er etwas, dazwischen arbeitet bzw. schläft er. Aber was geschieht, wenn der Mensch keine Uhr zur Hand hat? Erstaunlicherweise verhält er sich fast gleich. Denn er besitzt eine innere Uhr, die bestimmt, was Gehirn und Körper wann machen.

Diese innere Uhr sitzt im Gehirn und ist ein Nervenkern, der gerade einmal so groß ist wie ein Reiskorn. Seinen Namen „suprachiasmatischer Nucleus“ (SCN) hat er aufgrund seiner Lage erhalten, die sich auf Höhe des Nasenrückens über der Kreuzung (Chiasma) der Sehbahnen befindet. Er reagiert vor allem auf Lichtunterscheide, die ihm von der Netzhaut übermittelt werden. So regelt beispielsweise der so entwicklte Tag-Nacht-Rhythmus die Arbeits- und Ruhephasen. Aber auch Hirnfunktionen und Hormone wirken auf den Nucleus ein und geben den Takt an.

IMG_1376Die innere Uhr des Menschen hat zwar keine Räder, geht aber trotzdem ziemlich genau.

Die innere Uhr steuert dabei den Blutdruck, die Körpertemperatur und den Hormonhaushalt. So lässt sie nachts den Blutdruck sinken und die Atmung flacher werden. Während sozusagen nächtliche Erholungs- und Reperaturprogramme laufen, schalten Geist und Körper auf Sparflamme. Zwischen drei und vier Uhr nachts ist der abolute Tiefpunkt der Leistungskurve erreicht, die gegen Morgen wieder ansteigt und von elf bis zwölf Uhr sowie um 17 Uhr am höchsten steht. Dazwischen, so gegen 14 Uhr, bricht sie ziemlich ein.

Neben der inneren Uhr gibt es aber auch noch andere Biorhythmen, die Einfluss auf den Tagesablauf des Menschen haben. Chronobiolgie heißt eine neue interdisziplinäre Wissenschaft, die die Zusammenhänge zwischen Biorhythmus sowie inneren und äußeren (Umwelt-)Faktoren untersucht und Rückschlüsse auf die Lebensführung zieht.

Schlafforscher und Zeitbiologen haben dabei auch zu berücksichtigen, dass es verschiedene Zeittypen gibt: Frühaufsteher, genannt „Lerchen“, und Morgenmuffel, genannt „Eulen“. Lerchen stehen morgens früh auf, sind ziemlich schnell fit, schlafen abends allerdings auch eher ein. Ihre Uhr geht etwas zu schnell, so dass ihr innerer Tag nur rund 24 Stunden dauert. Der der Eulen dagegen hat etwa 25 Stunden, was sich dadurch bemerkbar macht, dass sie Nachtmenschen sind und ziemlich spät ins Bett gehen.