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Die juristische Sekunde ist ein Zeitpunkt

Auf so etwas können vermutlich nur Juristen kommen. Da denken die sich eine juristische Sekunde aus und behaupten dann: Die zeitliche Ausdehnung ist exakt null. Vielmehr handele es sich um einen gedachten Augenblick im Sinne eines fiktiven Zeitpunkts und nicht um eine Sekunde im Sinne einer Zeiteinheit.

Im römischen Recht hieß diese juritische Sekunde ünrigens noch logische Sekunde, mit der sich vor allem ein Rechtsgelehrter namens Gnaeus Arulenus Caelius Sabinus (um 69 n. Chr.) beschäftigt hat.

Man muss sich das so vorstellen: Es ist der 31. Dezember 2016. Der Tag würde normalerweise um 24:00 Uhr enden und der 1. Januar 2017 um 0:00 Uhr beginnen. Das Ende des einen Jahres ist also punktgenau gleichzeitig der Anfang des neuen Jahres. Diesen Zeitpunkt nennt man juritsische Sekunde. Er ist eine gedankliche Hilfskonstruktion, mit der der Zeitpunkt des Übergangs von Rechten von einem Rechtssubjekt zu einem anderen beschrieben wird.

24 Uhr Das ist sie, die juristische Sekunde.

Juristen könnten jetzt noch eine Menge dazu sagen bzw. schreiben. Doch darauf soll hier und jetzt zu Gunsten eines Juristenwitzes verzichtet werden:

Ein Arzt, ein Architekt und ein Anwalt streiten darüber, welcher ihrer Berufe der älteste ist.

Der Arzt ist felsenfest davon überzeugt, dass er den ältesten Beruf hat: “Gott schuf Eva, indem er eine Rippe von Adam nahm. Also war Gott selbst Chirurg – und die Ärzte haben den ältesten und damit ehrwürdigsten Beruf der Welt, wie es ihnen auch selbstverständlich zukommt.”

Der Architekt hält vehement dagegen: “Gott selbst schuf die Welt, davor war nur das CHAOS. Gott selbst war also der erste Architekt – lange bevor Eva aus der Rippe Adams erschaffen wurde! Architekt ist der älteste Beruf der Welt!”

Der Anwalt grinst nur, zieht genüsslich an seiner Zigarre und entgegnet: “Das alles ist ja richtig, meine Herren. Aber was glauben Sie wohl, wer das CHAOS erschaffen hat?”