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Zeit – Von Afrikaans bis Zulu

Um herauszufinden, wie das Wort Zeit in anderen Sprachen heißt, muss man sich schon etwas Zeit nehmen. Dass Zeit auf Englisch time heißt, weiß man ja gemeinhin. Auch das französische Wort temps kennen jedenfalls diejenigen, die auf der Schule Französisch hatten. Für die Altsprachler unter uns dürften das griechische ώρα und das lateinsiche tempus kein Problem sein.  Aber wie heißt Zeit auf Afrikaans, Irisch, Schottisch-Gälisch oder Zulu?

Lassen Sie sich überraschen, welcher Wortschatz sich da auftut und welche Sprache es überhaupt gibt:  Afrikaans tyd, Albanisch kohë, Amharisch ጊዜ, Arabisch وقت, Armenisch ժամանակ, Aserbaidschanisch ժամանակ, Baskisch denbora, Bengalisch সময়, Birmanisch အချိန်, Bosnisch vrijeme, Bulgarisch vrijeme, Cebuano panahon, Chichewa nthawi, Chinesisch (traditionell) 時間, Chinesisch (vereinfacht), Dänisch tid,  Esperanto tempo, Estnisch aeg, Filipino oras, Finnisch aika, Friesisch tiid, Galizisch tempo, Georgisch დრო,  Gujarati સમય, Haitianisch tan, Hausa lokaci, Hawaiisch manawa, Hebräisch manawa…, Hindi समय, Hmong lub sij hawm, Igbo oge, Indonesisch waktu, Irisch am, Isländisch tími, Italienisch tempo, Japanisch 時間, Javanisch wektu, Jiddisch צייַט, Kannada ಸಮಯ, Kasachisch уақыт, Katalanisch temps, Khmer ពេល, Kirgisisch убакыт, Koreanisch 시간, Korsisch tempu, Kroatisch, vrijeme, Kurdisch (Kurmandschi) dem, Lao ທີ່ໃຊ້ເວລາ, Lettisch laiks, Litauisch laikas, Luxemburgisch Zäit, Malagasy fotoana, Malayalam കാലം, Malayisch masa, Maltesisch ħin, Maori wā, Marathi वेळ, Mazedonisch време, Mongolisch цаг хугацаа, Nepalesisch समय, Niederländisch tijd, Norwegisch tid, Paschtu وخت, Persisch زمان, Polnisch czas, Portugiesisch tempo, Punjabi ਵਾਰ, Rumänisch timp, Russisch время, Samoanisch taimi, Schottisch-Gälisch ùine, Schwedisch tid, Serbisch време, Sesotho nako, Shona nguva, Sindhi وقت, Singhalesisch කාලය, Slowakisch čas, Slowenisch čas, Somali waqtiga, Spanisch tiempo, Suaheli wakati, Sundanesisch waktu, Tadschikisch замон, Tamil நேரம், Telugu సమయం, Thailändisch เวลา, Tschechisch čas, Türkisch zaman, Ukrainisch час, Ungarisch idő, Urdu وقت, Usbekisch vaqt, Vietnamesisch thời gian, Walisisch amser, Weißrussisch час, Xhosa ixesha, Yoruba akoko, Zulu isikhathi.

So, das hat Sie jetzt etwas Zeit gekostet. Wenn Sie aber auch noch wissen wollen, wie sich die einzelnen Worte aussprechen, dann schauen Sie doch mal hier vorbei.

Die Zeit des Lächelns

Die Zeit des Menschen ist begrenzt. Das weiß man zwar, verschwendet aber trotzdem Zeit an völlig überflüssige bzw. irrwitzige Dinge.

Dass man schlafen und essen muss, will und wird niemand bestreiten. Auch arbeiten gehört wohl zur Mühsal des Lebens. Und da Sport gesund ist, zumindest wenn er sinnvoll betrieben wird, dürfte auch daran niemand ernsthaft rütteln wollen. Dass man mit den eigenen Kindern spielt, gehört zu einem erfüllten Leben. Ob aber fernsehen diesem Kriterium entspricht, steht auf einem anderen Blatt. Zu den weniger sinnvollen Tätigkeiten eines Menschenlebens gehört aber ganz sicher, E-Mails in den Papierkorb zu schieben.

Wenn man nun all diese Tätigkeiten zusammen addiert, kommt man – jedenfalls nach der Rechnung einer Vermögensberatung – auf immerhin schon 53 Jahre. Da die Lebenserwartung in Deutschland für neugeborene Jungen 78 Jahre und 2 Monate beträgt und für neugeborene Mädchen 83 Jahre und 1 Monat, bleibt zwar für den Einzelnen noch ein wenig Zeit über, aber die geht auch meist ziemlich schnell vorbei. Wenn Sie wissen wollen, wie viel Zeit Sie für was aufwenden, dann schauen Sie sich das nachfolgende Filmchen einmal an.

Also, das mit den E-Mails ist schon erschreckend. Überhaupt dürfte so manche Minute oder Stunde vor dem Computer ziemlich verschwendete Zeit sein. Und ob die Beschäftigung mit Finanzen, wenn auch den eigenen, besonders zukunftsträchtig ist, sei – ich sage nur Finanzkrise – einmal dahingestellt.

Überhaupt sollte man regelmäßig darüber nachdenken, ob die Zeit, so wie man sie verbringt, adäquat eingesetzt ist. Jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, sollte nicht nur für Pfadfinder Ansporn sein. Auch der persönliche Kontakt mit seinen Mitmenschen kommt oft genug zu kurz und sollte viel intensiver gepflegt werden. Und nicht zuletzt die Zeit für sich selbst darf nicht zuz kurz kommen.

Gut beraten ist man aber, wenn man sich an den Ratschlag des Gelegenheitsaphoristikers Andreas Bechstein hält, der gesagt hat: “Man sollte jeden Tag mit einem Lächeln beginnen und mit einem Lächeln beenden. Die Zeit dazwischen sollte man nutzen, um andere zum Lächeln zu bringen.” Also, fangen Sie gleich jetzt damit an.

Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit

„Time is money“ war gestern, „time is honey“ ist heute – auf diesen Nenner könnte man das Buch von Karlheinz A. und Jonas Geißler bringen, das im oekom Verlag unter dem Titel „Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit“ erschienen ist. „Wer in der Zeit ausschließlich ein monetäres Gut sieht, der wird blind für die Farben und taub für die Töne der Zeit, wird die Zeit weder schmecken noch genießen können. Es ist daher an der Zeit, die Zeit aus ihrer Umklammerung durch das Geld zu befreien und ihr ihre honigsüße Qualitäten wiederzugeben. Das ist unser Anliegen, dafür engagieren wir uns, unter anderem mit diesem Buch“, schreiben Vater und Sohn über ihr „gemeinschaftlich erstelltes Produkt“.

Worum es im Einzelnen geht, beschreiben die beiden Autoren so: „Den Anfang macht ein protokolliertes Gespräch über die Grenzen, die Widersprüche und die nicht einzuhaltenden und falschen Versprechen des Zeitmanagements. … Im ersten Kapitel wird’s dann erst einmal ein bisschen grundsätzlicher: ‚Zeit, was ist das?‘ heißt die dort erörterte Frage. … Thema des zweiten Kapitels ist die häufig anzutreffende Verwechslung der Zeit mit der Uhr.  Anschließend beschreiben wir im dritten Kapitel unterschiedliche Zeitmuster, das Zeitmuster ‚Rhythmus‘ (Naturzeit) und das Zeitmuster ‚Takt‘ (Uhrzeit). … Im vierten Kapitel beschreiben wir … Zeitformen, die in unserer Gesellschaft der Gefahr ausgesetzt sind, unter die Räder der Beschleunigung zu geraten, und deren produktive Qualitäten zu wenig gesehen und gewürdigt werden. … Das letzte Kapitel schließt an die eingangs geäußerte Kritik des Zeitmanagements an, indem es eine Alternative aufzeigt.“

Und damit es zu keinen Missverständnissen kommen kann, lassen die Geißlers gleich zu Beginn die Leser wissen, für wen das Buch etwas ist und für wen nicht: „Enttäuscht werden jene Zeitgenossen und Zeitgenossinnen von diesem Buch sein, deren Ideal es ist, ihr Leben wie eine Checkliste abzuarbeiten. … Diejenige jedoch, die sich vorgenommen haben, ihren Zeitwohlstand zu verbessern, ihr Zeitleben zufriedenstellender zu gestalten und ihre Zeitlust zu erhöhen, die werden bei uns jede Menge Anregung und Inspiration finden!“

In jedem Fall kann man bei und nach der Lektüre von „besseren Zeiten“ träumen, jenen Zeiten also, „die es nicht notwendig machen, in den Urlaub zu flüchten, um die Zeit leben, lieben und genießen zu können. ‚Bessere Zeiten’, das sind jene Zeiten, in denen die Schnellen nicht die Besseren und Erfolgreicheren, die Langsamen nicht die Verlierer sind.“ Und vielleicht um nicht als weltfremde Utopisten abgetan zu werden, versichern sich die Autoren schlussendlich der geistigen Autorität Deutschlands, die über jeden Zweifel erhaben ist – Johann Wolfgang von Goethe: „Mein Rat ist daher, nichts zu forcieren und alle unproduktiven Tage und Stunden lieber zu vertändeln und zu verschlafen, als in solchen Tagen etwas machen zu wollen, woran man später keine Freunde hat.“ Oder eben: Time is honey.

Time is honey                                                                                                             Karlheinz A. Geißler und Jonas Geißler: Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit            oekom Verlag, München, 256 Seiten, 17,95 Euro, ISBN 978-3-86581-706-8

1.260 Wörter, in denen die “Zeit” vorkommt

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie oft das Wort “Zeit” in der deutschen Sprache vorkommt? Nein!?! Macht nichts, denn es gibt ja andere Menschen, die das für Sie tun.

Also, das Ergebnis lautet: 1.260 Mal, das Wort “Zeit” und dessen Deklinationen nicht mitgerechnet.

Nun gibt es Worte, die mit “Zeit-” bzw. “zeit-” beginnen oder mit “-zeit” enden. Auch gibt es Worte, in denen “-zeit-” irgendwo zwischen Anfang und Ende steht. Aber schauen wir einmal näher hin.

Worte, die mit “Zeit-” bzw. “zeit-” beginnen, gibt es 327. Nimmt man die alphabetische Reihenfolge beginnt die Wörterreihe mit “Zeit-Zonen-Tarif” und endet mit “Zeitzuschlagfaktor”. Sortiert man die Wörterreihe nach Länge, stößt man zunächst auf das aus sechs Buchstaben bestehende Wort “zeitig”. Am Ende steht dann das mit 27 Buchstaben konstruierte Wort “Zeitmultiplexdurchschaltung”. Betrachtet man die nach Länge sortierte Reihe näher, fällt auf, dass es ab sechs Buchstaben durchgängig bis zu 24 Buchstaben geht und bis 27 Buchstaben nur Worte fehlen, die 25 bzw. 26 Buchstaben haben.

Mit 572 haben die Worte, die mit “-zeit” enden, ein deutliches Übergewicht. Hier beginnt die alphabetische Wörterreihe mit “Abarbeitungszeit” und endet mit “Zykluszeit”. Das kürzeste Wort in dieser Reihe lautet mit sechs Buchstaben “Gezeit”, das längste mit 26 Buchstaben “Thrombozytenüberlebenszeit”, wobei in dieser Reihe zwischen sechs und 26 Buchstaben keine Lücke klafft.

Nach Adam Riese fehlen also noch die 361 Wörter mit “-zeit-” irgendwo in der Mitte, die sich von ihrer Menge her ebenfalls in der Mitte befinden. Den Anfang macht da in der alphabetischen Reihenfolge die “Abendzeitung”, der am andere Ende “zwischenzeitlich” gegenübersteht. Das kürzeste Wort ist mit acht Buchstaben “Gezeiten”, das längste Mit 24 Buchstaben “Vierteljahreszeitschrift”, wobei es auch hier zwischen acht und 24 Buchstaben keinen Aussetzer gibt.

Bleibt abschließend die Frage zu klären, ob man das alles nun wissen muss. Ganz so leicht ist das gar nicht zu beantworten, vor allem in einer Zeit, in der “Handbücher des nutzlosen Wissens” nach wie vor beliebte Mitbringsel und die Quizshows im Fernsehen nicht mehr zu zählen sind. Auf jeden Fall dürften Sie bei einer Party die Gäste erst einmal ziemlich sprachlos machen, wenn Sie die Frage in den Raumstellen: “Kennt jemand ein Wort mit 25 Buchstaben, das mit “Zeit-” bzw. “zeit-” beginnt?”

Über die Zeit und das Schreiben

„Entschuldige die Länge des Briefes, ich hatte keine Zeit, mich kurz zu fassen.“ Diese Zitat soll von Wolfgang Johann von Goethe stammen. In anderen, leicht abgewandelten Varianten – wie etwa “Entschuldigen Sie, dass ich Ihnen einen langen Brief schreibe, für einen kurzen habe ich keine Zeit.” – wird es aber auch Voltaire, Mark Twain und Karl Marx zugeschrieben. Auch Charlotte von Stein zitiert man ähnlich: “Lieber Freund, entschuldige meinen langen Brief, für einen kurzen hatte ich keine Zeit“, habe sie an Goethe geschrieben, heißt es.

Wie dem auch sei: Im Kern geht es darum, dass es in aller Regel schwieriger ist, sich kurz zu fassen, als sich langatmig über ein Thema auszulassen. Das gilt für Briefe gleichermaßen wie für alle anderen Texte.

Insofern kann es nicht verwundern, dass es zu diesem Thema auch eine ganze Reihe prägnanter Zitate und Aussagen gibt. Das wohl bekannteste lautet „In der Kürze liegt die Würze“ und kommt als Sprichwort daher. Für den französischen Schriftsteller Jules Renard stellte sich das so dar: „Sobald eine Wahrheit aus mehr als fünf Zeilen besteht, nähert sie sich schon dem Roman.“ Der deutsche Dichter Gottfried Benn glaubte: „Für das Zustandekommen eines guten Buches ist der Radiergummi oft wichtiger als der Bleistift.“ Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain befand: „Schreiben ist leicht – man muss nur die falschen Wörter weglassen.“ Für seinen Landsmann John Steinbeck war klar: „Wenn einem Autor der Atem ausgeht, werden die Sätze nicht kürzer, sondern länger.“ Und der schwedische Journalist Sakari Pitkänen ist der felsenfesten Überzeugung: „Jede gute Geschichte kann man in fünfzehn Zeilen erzählen.“

Da dieser Text nun schon länger ist, soll er ganz schnell mit einem Zitat von Erich Kästner enden, der wohl den strengsten Maßstab anlegt hat: “Wer was zu sagen hat, hat keine Eile./ Er läßt sich Zeit und sagt’s in einer Zeile.”

Die “Stimmen der Zeit”

15 Jesuitenzeitschriften gibt es europaweit. Eine davon sind die „Stimmen der Zeit“, die 1871 unter dem Namen „Stimmen aus Maria Laach“ gegründet wurden.

Diese älteste Kulturzeitschrift Deutschlands blickt denn auch auf eine bewegte Geschichte zurück. Schon kurz nach ihrer Gründung traf die Zeitschrift die Verbannung des Ordens aus Deutschland durch Bismarcks Jesuitengesetz von 1872, so dass die Redaktion Zuflucht in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden suchte. Erst 1914 endete das Exil, von wo aus sich die Redaktion in München ansiedelte. Und aus den „Stimmen aus Maria Laach“ wurden die “Stimmen der Zeit“.

Zur Begründung für die Umbenennung hieß es in der ersten Ausgabe der Zeitschrift von 1914 u.a.: „Der Zeit wollte sie dienen, ohne ihr zu gehrochen, aus ihrer Zeit für die Zeit, zeitgemäß und zeitlos zugleich. Die ‚Stimmen aus Maria Laach‘ waren und sind Stimmen der Zeit, und so sollen sie in Zukunft auch heißen.“

Doch schon bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten erregte das Kulturblatt deren Missfallen, so dass schließlich 1941 das Redaktionsgebäude konfisziert und die Zeitschrift verboten wurde. Mitglied der Redaktion war damals Alfred Delp, Jesuit und Mitglied des Kreisauer Kreises im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Deswegen verurteilte ihn der Volksgerichtshof unter Vorsitz von Roland Freisler zum Tode durch den Strang. Das Urteil wurde noch kurz vor Kriegsende, am 2. Februar 1945, in Berlin-Plötzensee vollstreckt, seine Asche auf den Berliner Rieselfeldern verstreut. Kurz vor seinem Tod soll er zum Gefängnispfarrer gesagt haben: „In wenigen Augenblicken weiß ich mehr als Sie.“ Im Oktober 1946 durfte die Kulturzeitschrift wieder erscheinen und widmete ihren ersten Beitrag Delp, dessen Vater unser aus seinen Gefängnisschriften beleuchtet wurde.

Den Neuaufbruch der katholischen Theologie in den 50er Jahren begleiteten die „Stimmen der Zeit“ ebenso wie das Zweite Vatikanische Konzil mit seiner Öffnung der Kirche gegenüber der modernen Welt, indem sie sich nach eigenem Bekunden „für einen offenen Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft“ eingesetzt hat. Wichtige Leitlinien waren „dabei die Grundorientierungen des Jesuitenordens, wie sie von den letzten Generalkongregationen vorgegeben wurden: die Einsicht, dass Glaubensverkündigung in der heutigen Welt nicht ohne einen entschiedenen Einsatz für die Gerechtigkeit möglich ist, sowie die Herausforderungen des interreligiösen Dialogs und der Inkulturation der christlichen Botschaft.“

„Neben kirchlichen und theologischen Themen suchen die ‚Stimmen der Zeit‘“, heißt es auf deren Webseite weiter, „die geistige Auseinandersetzung mit der Gesamtproblematik der Zeit in Gesellschaft, Politik, Naturwissenschaft, Literatur, Kino und Kunst. Dabei möchte die Zeitschrift helfen, in der Pluralität der Meinungen und weltanschaulichen Überzeugungen einen eigenen, differenzierten Standpunkt zu finden.“ Autoren sind insofern nicht nur Jesuiten, sondern auch die der verschiedensten Fachrichtungen.

Die Auflage beträgt heute 5.000 Exemplare. Leser dürften die „Stimmen der Zeit“ indes weit mehr haben, da sie in Instituten und Bibliotheken ausliegen. Würde man alle bislang erschienen 234 Bände dort zur Verfügung stellen wollen, müsste man rund 12 Meter Bücherregal reservieren. Nicht viele Medien haben eine so lange Geschichte.

Es lebe die Langeweile!

Dass Zeit ein relativer Begriff ist, wurde an dieser Stelle schon thematisiert. Ein Jeder weiß: Manchmal vergeht sie wie im Fluge, manchmal steht sie still. Beim letzteren Fall kann es passieren, dass man nichts mit sich anzufangen weiß. Und dann ist sie da: Die Langeweile.

Zu nichts hat man Lust, nichts will einem einfallen, mit dem man die Zeit verkürzen könnte. Es ist zum Verrücktwerden. Die Zeit wird lang – Langeweile, im Gegensatz zur Kurzweil, der kurzen Zeit.

Vor allem Kinder haben mit diesem Phänomen zu kämpfen. Besonders hart trifft es dabei diejenigen, die von ihren Eltern permanent bespaßt werden und deren Eigenschaft, sich selber zu beschäftigen, verkümmert ist.

Wie wichtig Langeweile und der Faktor Zeit für die Kreativität sind, hat die Agentur Café Communications mit einem Versuch demonstriert, bei dem Kinder zehn Sekunden bzw. zehn Minuten Zeit hatten, das Zifferblatt einer Uhr zu vervollständigen.

Es ist schon erstaunlich, was für ein Unterschied zu Tage trat. Da taten sich ganze Kreativ-Welten auf, die zwischen den 10-Sekunden- und der 10-Minuten-Varianten lagen.

Wissenschaftler sind sich schon lange einig, dass der Umgang mit Langeweile mit zu den wichtigsten Dingen gehört, die Kinder lernen (müssen). Nur in dieser Phase haben sie die Möglichkeit, zu sich selbst zu finden und ein Gespür dafür zu bekommen, wer und was sie sind und vor allem was sie wollen.

Eltern, die hier zu schnell eingreifen, tun ihren Kindern keinen Gefallen, sondern behindern eher deren Entwicklung. Insofern sollten sie ihnen die Zeit lassen, die sie nötig haben, um durch diese Phase der Langeweile zu kommen. Die Frage, “Was machst du da?”, ist ebenso kontraproduktiv wie die Mahnung, “Mach’ doch mal was sinnvolles!”

Langeweile ist Freizeit. Und wenn Sie wirklich FREIzeit bzw. FREIE Zeit wird, dann sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es lebe die Langeweile!