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Die Generationen im Spiegel der Zeit

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Generationen. Nach dem Krieg war es die Boomergeneration, die sich ihren Namen durch die geburtenstarken Jahrgänge verdiente. Zu ihr kann auch die 68er-Generation gezählt werden, die – geboren zwischen 1940 und 1950 – in der Studentenbewergung der späten 60er-Jahre dominierte. Währenddessen erblickte bereits die Generation X das Licht der Welt, an die sich in Westdeutschland übergangslos die Generation Golf anschloss. Florian Illies, Autor des gleichnamigen Buches, kommt dabei zu dem Ergebnis, dass dieser Generation die Bequemlichkeit wichtiger war als politische Veränderungen. Insofern konnte es nicht sonderlich verwundern, dass dann auch noch die Null-Bock-Generation auftauchte, die irgendwie zu gar nichts mehr Lust hatte. Aber wie das so ist, ganz plötzlich und wie aus dem Nichts erschien die Generation Praktikum auf der Bildfläche, die sich mit un- bzw. schlecht bezahlten Jobs herumschlagen musste. Die wiederum reicht ab Ende der 70er-Jahre in die Generation Y hinein, für die das Leben nicht mehr so planbar ist wie für ihre Eltern und die, durch immer neue Probleme belastet, die Dinge immer stärker hinterfragt. Dazu gehört auch, das Verhältnis von Beruf und Freizeit neu zu justieren – Stichwort work-life-balance. Womit wir schließlich bei der Generation Z wären. Und die könnte sich noch als Problem erweisen. Christian Scholz, BWL-Professor an der Universität des Saarlandes, schrieb einmal über diese Generation, dass sie zu ihren Arbeitgebern „noch weniger Loyalität als zu ihrer Turnschuhmarke“ aufbauen werde. Noch dauert es ja ein wenig, bis diese jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt ankommen. Aber, so Scholz weiter: „Man wird sich spezielle Führungsmuster überlegen, die wesentlich kurztaktiger und ergebnisorientierter ausfallen.“ Aber was kommt dann? Das Alphabet ist durch. Ist das das Ende? Mitnichten. Irgendwie war es doch schon immer so: Keine Generation konnte es den vorangehenden auch nur ansatzweise recht machen. Und dann hat sie sich doch ganz wacker geschlagen. Früher war eben doch nicht alles besser. Insofern könnten man ja einfach bei A anfangen, oder besser gesagt, weitermachen.

Opa1und2  Generationen – gestern und heute.