The Digital Future – Fluch oder Segen?

Wie sieht die digitale Zukunft aus? Mit dieser Frage hat sich in dieser Woche die vom Berliner Tagesspiegel und dem Zuse Institute Berlin ausgerichtete Konferenz The Digital Future beschäftigt.

Anlass war sozusagen der 75. Geburtstag des Computers, des Ur-Computers, den der Berliner Konrad Zuse am 12. Mai 1941 mit dem Namen „Z3“ präsentiert hatte. Was sich seitdem getan hat und wo das noch hinführen kann, macht ein Vergleich zwischen der schrankwandgroßen „Z3“ und heutigen Supercomputern deutlich.

IMG_29401.200 Experten aus aller Welt haben in Berlin einen Blick in die digitale Zukunft geworfen.

„Tianhe-2“ beispielsweise, der in China steht und eine ganze Halle füllt, leistet sage und schreibe 33,86 Petaflops – wobei 1 Petaflop 1015 Flops entspricht. Zuses „Z3“ schaffte gerade einmal knapp 2 Flops. Man kann es auch anders ausdrücken: Wenn die Leistung der „Z3“ einem Meter entspricht, kommt „Tianhe-2“ von der Erde bis zum nächsten Stern Proxima Centauri in vier Lichtjahren Entfernung.

Moderne Computer sind also zigmilliardenfach schneller als die „Z3“ und längst mehr als nur reine Rechenmaschinen. Künstliche Intelligenz ist das Stichwort, das zwar auf der Konferenz keine große Rolle spielte, aber unter Fachleuten heiß diskutiert wird. „Computer werden Menschen innerhalb der nächsten hundert Jahre mit künstlicher Intelligenz überholen“, glaubt der bekannte Physiker Stephen Hawking und warnt: „Wenn das passiert, müssen wir sicher gehen, dass die Ziele der Computer mit unseren übereinstimmen.“ Dabei ist er überzeugt: „Unsere Zukunft ist ein Wettlauf zwischen der wachsenden Macht der Technik und der Weisheit, mit der wir diese nutzen.“

Im Kern geht es um eine einzige Frage: Lässt sich künstliche Intelligenz überhaupt kontrollieren?

Das Szenario, das sich manche Experten vorstellen, sieht wie folgt aus: Erst einmal übernehmen die Nerds die Welt. Dann wird sozusagen die Spreu vom Weizen getrennt und die Menschheit aufgeteilt in diejenige, die programmieren können, und in diejenigen, die sich von Maschinen sagen lassen müssen, was sie zu tun haben. Gleichzeitig findet eine noch stärkere Umverteilung als bisher statt: Ein kleiner Teil der Menschen wird immer reicher, während der Mittelstand ebenso verarmt wie bildungsferne Schichten.

Ob es so kommt oder nicht, hängt davon ab, wie die Menschen insgesamt mit dem Phänomen umgehen. „Als wir das Feuer erfunden haben, haben die Menschen damit auch eine Weile Mist gebaut. Aber irgendwann haben wir den Feuerlöscher erfunden“, ist Hawking durchaus optimistisch, dass die Menschen die Entwicklung noch in den Griff bekommen.

IMG_2949Noch tut er was wir ihm sagen: Der humanoide Roboter John von der Freien Universität Berlin.

In Science-Fiction-Filmen wie “2001: Odyssee im Weltraum“, „Terminator“ oder „Matrix“ kommen die Menschen ja immer noch ganz gut weg. Also besteht noch Hoffnung. Denn dass intelligente Computer uns in Sachen Intelligenz überrunden, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Beim Spielen ist ihnen das schon längst gelungen. AplphaGo beispielsweise, ein Computerprogramm, das von Google DeepMind entwickelt wurde und ausschließlich das Brettspiel Go spielt, hat den mehrfachen Europameister Fan Hui und den südkoreanischen Profi Lee Sedol unter Turnierbedingungen locker geschlagen.

Noch war das nur ein Spiel. Der Lakmustest im wirklichen Leben steht allerdings noch aus. Dann werden wir sehen, ob die digitale Zukunft Fluch oder Segen darstellt.

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